Besser fotografieren mit dem Smartphone für private und berufliche Zwecke (Teil 1)

Mit Fotos persönliche Erlebnisse festzuhalten oder eine professionelle Präsenz im Internet und auf Social Media aufzubauen, wird heutzutage immer leichter. Aktuelle Smartphonekameras ermöglichen es, ausdrucksstarke Fotos aufzunehmen. Wie du mit ein paar Tipps bessere Aufnahmen machen kannst, erfährst du hier.

Moderne Smartphones mit Kamera werden von Jahr zu Jahr besser und ihr Funktionsumfang vielfältiger. Manche dieser Funktionen sind allerdings nicht so einfach zu finden. Wir haben uns deshalb ein Android-Smartphone vorgenommen, das Pixel 6a, um zu schauen, was es kann. Von Zoom über Kamera-Modi bis hin zu Kameraeinstellungen zeigen wir dir, was alles geht, sogar wie du deine Fotos direkt am Smartphone nachbearbeiten kannst.

Starter-Tipp vorab: säubere das Objektiv!

Ein Vorteil von Smartphones ist ihre kleine Größe. Die meisten Menschen tragen Smartphones in einer Hosentasche mit sich herum oder an einer Handykette nah am Körper. Smartphones besitzen allerdings keinen Objektivdeckel, weshalb das Objektiv leicht verschmutzen kann. Unerwünschte Flecken auf Bildern oder unscharfe Bereiche auf den Bildern können dann die Folge sein. Ein sauberes Kameraglas ist daher sinnvoll. Säubere das Objektiv einfach mit einem Brillenputztuch oder Mikrofasertuch, um Staub oder Fingerabdrücke zu entfernen. Dann kann es mit dem Fotografieren losgehen!

Bilder aufnehmen mit dem Smartphone

Nimm dein Smartphone zur Hand und öffne die Kamera-App, um mit der Rückkamera ein Foto von deiner Umgebung oder einer Person aufzunehmen. Klicke dazu auf das Symbol für die Kamera-App oder öffne die Kamera-App beim Pixel 6a, indem du zweimal hintereinander auf die Ein- und Aus-Taste an der Seite des Gerätes drückst.

Temperatur und Helligkeit einstellen

Ist die Kamera-App geöffnet, suche dir ein Motiv, dass du fotografieren möchtest und passe die Temperatur des Bildes und die Belichtung an.

Tippe mit dem Finger auf den Bildausschnitt auf dem Smartphone Screen. Jetzt erscheinen auf der linken und rechten Seite Schieberegler.  

Mit dem linken Schieberegler kannst du einen Weißabgleich vornehmen, also die Temperatur des Bildes verändern, indem du die Farbe des Bildes an das Licht des Raumes oder der Umgebung anpasst. 

Mit dem Schieberegler rechts oben kannst du die Helligkeit verringern oder erhöhen. 

Mit dem Schieberegler rechts unten kannst du Schatten abschwächen oder verstärken. 

Meistens funktioniert die automatische Einstellung von dem Pixel so gut, dass nicht viel einzustellen ist.

Jetzt nur noch auf den runden Aufnahmebutton drücken, um das Bild aufzunehmen. 

Alternativ kannst du auch die Lauter- oder Leisertaste an der Smartphoneseite drücken, um ein Bild aufzunehmen.

In dem Video „Temperatur und Helligkeit einstellen“ zeigen wir direkt am Smartphone, wie du ein Bild verändern kannst. 

Seitenverhältnis festlegen

Mit dem Smartphone kannst du das Seitenverhältnis deines Bildes festlegen. Das Pixel bietet die Auswahl zwischen Breitbild und Vollbild. Mit dem Seitenverhältnis bestimmst du das Verhältnis von Breite zu Höhe deines Bildes bzw. das Bildformat, in der ein Bild nach der Aufnahme abgespeichert wird.

Die quadratischen Fotos bei Instagram haben zum Beispiel ein Seitenverhältnis von 1:1, die Aufnahme ist genauso breit wie hoch. Die erste Zahl steht immer für die Breite, die zuerst genannt wird und die zweite Zahl für die Höhe.

Der Klassiker war lange ein Seitenverhältnis von 4.3, vier Einheiten breit und drei Einheiten hoch. Wer älter ist, kennt das noch als Standardformat beim Fernseher. Bei den heutigen Tablets ist es ebenfalls sehr verbreitet.

In den 90er Jahren kam mit 16:9 ein neues Seitenverhältnis in Mode. Es wird bei Fernsehern viel genutzt und heutzutage auch bei der Videoproduktion mit Smartphones eingesetzt.

In den Pixeleinstellungen findest du das Seitenverhältnis 16:9, als Breitbildformat bezeichnet, wieder. Alternativ hast du die Wahl, Vollbild-Aufnahmen mit einem Seitenverhältnis von 4:3 zu machen.

In dem Video Seitenverhältnis einstellen zeigen wir das direkt am Smartphone.

Besser Voll- oder Breitbild?

Es gibt bei Fotos keine eindeutige Antwort darauf, welches Seitenverhältnis besser ist, da es von verschiedenen Faktoren abhängt, wie zum Beispiel dem Inhalt des Fotos, der beabsichtigten Verwendung und den persönlichen Vorlieben des Fotografen oder der Fotografin. Hier sind einige Informationen, die dir bei der Entscheidung helfen könnten:

Breitbild (16:9)
Das Breitbildformat kann besonders vorteilhaft sein, wenn du Fotos mit einem weiten Sichtfeld oder Panoramabilder aufnehmen möchtest. Es eignet sich gut für Landschaftsfotografie, Architekturfotografie oder Gruppenaufnahmen, bei denen es wichtig ist, einen größeren Bereich horizontal abzudecken. Das Breitbildformat wird auch häufig für Präsentationen oder Veröffentlichungen in digitalen Medien verwendet, da es gut auf Breitbildbildschirmen und Monitoren angezeigt wird.

Vollbild (4:3)

Das Vollbildformat kann sich für eine Vielzahl von Fotografien eignen, insbesondere wenn der Fokus auf dem zentralen Motiv liegt. Es bietet eine ausgewogenere Darstellung und ermöglicht es dir, vertikale Elemente besser zu erfassen. Das Vollbildformat wird oft in der Porträt- und Straßenfotografie verwendet, da es die Möglichkeit bietet, das Hauptmotiv zentriert und gut proportioniert darzustellen. 

Letztendlich liegt die Wahl des Seitenverhältnisses bei Fotos bei dir. Es kann hilfreich sein, verschiedene Seitenverhältnisse auszuprobieren und zu experimentieren, um herauszufinden, welches Format am besten zum gewünschten Inhalt und zur gewünschten Ästhetik passt.

Bildformate im Vergleich

Tipps zur Bildkomposition

Bildkomposition- und Rasterhilfe nutzen

Für bessere Bilder empfiehlt es sich, zwei weitere Funktionen der Kamera-App zu nutzen: Tipps zur Bildkomposition und Rastertyp.
Öffne die Kamera-App und tippe auf den Abwärtspfeil bei dem Symbol für Kamera-Einstellungen. Navigiere weiter bis zu dem Bereich Komposition, um die Tipps zur Bildkomposition zu aktivieren. Über die Funktion Rastertyp kannst du das gewünschte Raster auswählen.

Kamera-Einstellungen

Virtueller Horizont und Fokussieren

Aktivierst du die Funktion Tipps zur Bildkomposition, erhältst du Tools und Tipps zum virtuellen Horizont und zum Fokussieren.

Virtueller Horizont

Der virtuelle Horizont ist erkennbar an einer schmalen weißen Linie mit einer kleinen Zahl darüber. Das funktioniert so ähnlich wie bei einer Wasserwaage. Diese Funktion ist sehr praktisch, weil bei einer Landschaftsaufnahme ein schiefer Horizont schon mal dein Bild ruinieren kann. Ist das Smartphone richtig ausgerichtet, wird eine Null angezeigt. Wird eine größere Zahl angezeigt, solltest du dein Smartphone stärker am Horizont ausrichten. Wird das Smartphone bei einer Aufnahme an der Waagerechten ausgerichtet, werden ein weißes und ein gelbes kleines Kreuz sichtbar. Liegen diese Kreuze genau übereinander, ist das Smartphone optimal ausgerichtet. 

Fokussieren

Ist die Funktion Fokussieren aktiviert, wird ein kleiner Fokusring sichtbar. Du kannst jetzt auf den Punkt auf dem Smartphone Screen tippen, der scharf gestellt werden soll. 

Rastertyp

Die Rasteryp-Funktion bietet dir eine weitere Hilfestellung für eine bessere Gestaltung deiner Bilder. Mit dieser Funktion kannst du dir Hilfslinien anzeigen lassen, für einen besseren Bildaufbau. 

Die Hilfslinien des Rasters orientieren sich am Goldenen Schnitt oder an der Drittel-Regel. Zwei Begriffe, die als Kompositionsregeln bei der Bildgestaltung eingesetzt werden, um bewährte Prinzipien zur Gestaltung von Bildern zu Hilfe zu nehmen. Mit dem Ziel, ästhetisch ansprechende, ausgewogene oder interessante Bilder zu komponieren, mit denen du die Aufmerksamkeit deiner Betrachter*innen findest.

Bei der Drittel-Regel wird ein Bild mithilfe der Linien zum Beispiel in 9 Quadrate oder Rechtecke gleicher Größe unterteilt. Diese Hilfslinien teilen das Bild horizontal und vertikal in drei Abschnitte und dort wo sich die Linien kreuzen ergeben sich Schnittpunkte bzw. Schlüsselpunkte, um wichtige Elemente eines Bildes zu positionieren. 

Bei dem Pixel gibt es drei Rastertypen, die mit 3:3, 4:4 und Goldener Schnitt bezeichnet werden. Experimentiere ein wenig damit, um zu sehen, wie sich eine Positionierung von Motiven entlang der Hilfslinien eines Rastertyps auswirkt.

Raster mit Hilfslinien sind auf jeden Fall eine sehr praktische Funktion, um bessere Fotos zu machen.

Goldener Schnitt
Goldener Schnitt - Herleitung / Teilstrecken
Goldener Schnitt – Goldener Schnitt – Herleitung / Teilstrecken
Goldener Schnitt - Gestaltungsraster
Goldener Schnitt – Gestaltungsraster
Drittel-Regel

Die Drittel-Regel – auch Zwei-Drittel-Regel (englisch: Rule of thirds) – ist eine Gestaltungsregel in der Fotografie, die sich an die Proportionslehre des Goldenen Schnitts anlehnt.

Wikipedia
Drittel-Regel
Visualisierung der Drittel-Regel

Kamera-Modus wählen

Die meisten Smartphone-Kameras bieten verschiedene Kamera-Modi an. Die Wahl des passenden Modus erleichtert es dir, zum Beispiel gute Porträt-Aufnahmen zu machen, tolle Panorama-Aufnahmen oder mit dem Nachtsicht-Modus in dunkler Nacht zu fotografieren.

Welche Modi es gibt, zeigen wir in dem Video „Kamera-Modi im Überblick„.

Auf den Porträt- und den Nachtsicht-Modus gehen wir nachfolgend noch genauer ein.

Porträt-Modus

Einen näheren Blick auf den Porträt-Modus zu werfen, lohnt sich! Weil dieser Kamera-Modus Bilder ermöglicht, bei denen der Hintergrund weichgezeichnet ist. Diese Art von Bokeh-Effekt wird gerne für Porträt-Fotos genutzt. Die Person als Hauptmotiv wird betont, indem der Hintergrund mit einer weichen Unschärfe dargestellt wird. Diese Form der Bildgestaltung wird vor allem bei Menschen eingesetzt, aber auch bei Food-Fotos oder für stimmungsvolle Bilder von Blumen und Blüten. 

Weil in Zeiten von Internet und Social Media kaum noch ein Weg an visuellen Inhalten vorbeigeht, probiere diesen Modus doch einfach mal aus. Beispielsweise bei Fotos von deinen Mitarbeiterinnen, um diese auf deiner Website vorzustellen, um deinen Service zu visualisieren oder für Postings auf Instagram & Co.

Vielleicht möchtest du auch deine Produkte hervorheben, als Obstanbieter zum Beispiel zeigen, wie du dein Obst anbaust oder wie frisch es ist.

Der Porträt-Modus eignet sich außerdem für liebenswerte Fotos von vierbeinigen Freunden wie dem kleinen Hund.

Nachtsichtmodus

Der Nachtsichtmodus ist hilfreich, um bei Dunkelheit Fotos aufzunehmen. In diesem Modus erfolgt eine Langzeitbelichtung von einige Sekunden, um etwas auf dem Foto erkennbar zu machen. In diesem Modus soll das Smartphone sehr ruhig gehalten werden. Am besten geht das, wenn du es auf ein Stativ stellst. Falls du das nicht dabei hast, kannst du dir auch eine kreative Lösung überlegen, das Smartphone an eine Wand lehnen oder Ähnliches.

Erstes Fazit

Mit dem Smartphone lassen sich heutzutage viele interessante Momentaufnahmen festhalten. Mit etwas Übung kann man bleibende Erinnerungen, gut Marketingeffekte und nachhaltige Eyecatcher erzielen.

Im nächsten Artikel zeigen wir, wie man mittels der Kameraeinstellungen die Möglichkeiten des Smartphones optimiert.


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